Claudia Schornstheimer Heilpraktikerin
Klassische Homöopathie

Fit in den Frühling

 

Wem geht es nicht so? Der Winter mit seiner Kälte, Dunkelheit und Schwere steckt einem noch in den Knochen.

Verwundert stellt man auf der Waage fest, dass die kulinarischen Sünden der Weihnachts- und Karnevalszeit nicht spurlos an einem vorübergegangen sind. Man fühlt sich schwer und behäbig und fragt sich, wie man es bis zur warmen Jahreszeit schaffen soll, sich der überflüssigen Pfunde und der angestauten Schwere zu entledigen. Manch einer fühlt sich zusätzlich noch schlapp und müde und steckt vielleicht schon voll in der Frühjahrsmüdigkeit.

Ein guter Zeitpunkt also, sich selbst etwas Gutes zu tun, seinen Körper zu reinigen und zu entschlacken.

 

Die Natur zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Organismus von seinen Lasten befreien können.

Nicht nur für gesundheitsbewußte Menschen, sondern auch für diejenigen, die an Rheumatismus, Arthrose oder Gicht leiden,  ist eine entschlackene Vitalkur im Frühjahr, eine gute Möglichkeit sich zu reinigen und die Gesundheit zu stärken.

Wichtig dabei ist, dass die angesammelten Schlacken- also Schadstoffe, welche im Fettgewebe des Körpers gespeichert sind und bei einer Diät frei werden, auch ausgeschieden werden.

Hierbei sind Kräutertees, Mineralwässer und Suppen hervorragende Helfer.

Es gibt eine Vielzahl von Heilpflanzen, die entgiftend wirken und die Ausscheidung vor allem über die Nieren und den Darm fördern:

 

Die Brennessel

Sie ist eine Heil- und Gemüsepflanze von großer Vielseitigkeit, die von der Wurzel bis zur unscheinbaren Frucht genutzt werden kann.

Die schon früh im Jahr erscheinenden jungen Blätter ergeben schmackhafte, gesunde Suppen und Brotaufstriche, können auch wie Spinat zubereitet oder kleingehackt dem Salat beigegeben werden. Tee aus Brennesselblättern ist ein anerkanntes Heilmittel begleitend bei entzündlichen Erkrankungen wie Nieren- und Blasenentzündungen, Hauterkrankungen, bei rheumatischen Beschwerden, Frühjahrsmüdigkeit, Blutarmut und zur "Blutreinigung".

 

Bei Herz- und Nierenleiden, die mit Wasseransammlungen einhergehen, sollte die Brennessel allerdings nicht angewendet werden.

 

Der Löwenzahn

Ähnlich wie die Brennessel wirkt der Löwenzahn harntreibend und ist ein vorzügliches Blutreinigungsmittel. Damit hat er einen hohen Stellenwert bei einer entschlackenden Vitalkur.

Er regt den gesamten Zellstoffwechsel an, aktiviert die Hormondrüsen und wirkt stärkend auf die Tätigkeit der Nieren. Auch verbessert der Löwenzahn die Funktion vieler innerer Organe, wie z.B. der Leber, des Magens und der Galle. Auf diese hat er eine besonders positive Wirkung, da er einen hohen Gehalt an Bitter- und Schleimstoffen aufweist.

Löwenzahn kann als Salatbeigabe genutzt werden. Dazu empfiehlt es sich im Frühjahr die jungen Blätter zu verwenden, da sie in dieser Zeit noch besonders zart sind. Im Laufe des Jahres schmeckt er dann zunehmend bitter.

Für den Tee eignen sich sowohl die Blätter als auch die Wurzeln. Im Rahmen einer Frühjahrsteekur sollte dieser aber nicht länger als vier bis sechs Wochen getrunken werden.

 

Der Waldmeister

Das blühende Waldmeisterkraut enthält Kumarine, die für den süßlichen Duft verantwortlich sind, Gerb- und Bitterstoffe sowie Vitamin C. Hauptsächlich wird er wegen seiner leicht beruhigenden und krampflösenden Wirkung genutzt. Außerdem ist er harn- und leicht schweißtreibend, was ihn für Blutreinigungs- und Entschlackungstees nützlich macht. Als Schlummertrunk empfiehlt sich spätabends eine Tasse Waldmeistertee.

Überdosierungen sollten vermieden werden, da aufgrund des Kumaringehalts ein Zuviel an Waldmeister zu Kopfschmerzen und Überkeit führen kann.

Aus dem Jahr 854 gibt es ein Dokument, in dem ein Mönch von einem "Maiwein" spricht, der mit Waldmeister angereichert wurde -eventuell der Vorläufer der heute bekannten Maibowle.

 

Bewährt haben sich auch die verdauungsfördernde Schafgarbe, die nierenunterstützenden Birkenblätter, die darmreinigenden Walnussblätter, die leberstärkende Wegwarte und die Ringelblume, mit ihrer entzündungshemmenden und lymphpflegenden Kraft.

 

Um fit ins Jahr hineinzugehen eigenen sich natürlich auch verschiedene Gemüsesorten, die im Frühling aus der Erde sprießen, so zum Beispiel Spinat und Spargel.

 

Der Spinat

In deutschen Landen hielt der Spinat als mittelalterliche Fastenspeise Einzug, da die Ernte des Winterspinats genau in die Fastenzeit fällt. Er gewann zunehmend an Beliebtheit, sodass Spinat ab dem 16. Jahrhundert regelrecht salonfähig war. Auch als Arzneipflanze wurde er gerne und oft genutzt.

Spinat ist aufgrund seines hohen Vitamin- und Mineralstoffgehaltes so etwas wie der König unter den Gemüsen. Den extrem hohen Eisengehalt, der ihm von früheren Generationen angedichtet wurde, hat er zwar nicht, dafür bietet er andere positive Eigenschaften. So enthält er die ideale Mischung der Stoffe, die für die Blutbildung benötigt werden, und beinhaltet reichlich Karotinoide und Chlorophyll. Das Spinatsekretin unterstützt zudem die Arbeit der Bauchspeicheldrüse.

Wegen seines Gehalts an Oxalsäure und Nitrat darf Spinat nicht wieder aufgewärmt werden, da dabei das Krebs erregende Nitrit entsteht. Säuglinge sollten generell wegen des hohen Nitratwertes generell keinen Spinat bekommen.

 

Spinat kann als Salat genossen oder als gekochtes Gemüse mit Kartoffeln gegessen werden. Als Suppe und Bestandteil einer Raviolifüllung ist er auch sehr lecker.

 

Der entwässernde Spargel

Ein weiteres entschlackendes Gemüse ist der stoffwechselaktivierende Spargel. Die Erntezeit beginnt im April und endet im Juni. Spargel ist reich an Vitamin C, Beta-Carotin und Vitamin E und eignet sich damit hervorragend zur Stärkung des Immunsystems. Eine Portion Spargel deckt bereits fast die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin E, welches sich auf schlecht heilende Wunden und auf früh alternde Haut positiv auswirkt. Beta-Carotin schützt die Schleimhäute vor Bakterienbefall und dient darüber hinaus auch dem Schutz der Zellen.

Daneben enthält Spargel auch Vitamine des B-Komplexes, wie zum Beispiel Vitamin B1, was für die Nervenkraft wichtig ist und Vitamin B2, welches sich gut auf Haut, Haare und Augen auswirkt.

Hervorzuheben ist auch der Gehalt an Folsäure, die zur Blutbildung und Hormonproduktion wichtig ist und zur Zellverjüngerung beiträgt. Bereits 100 Gramm Spargel decken den Tagesbedarf an Folsäure!

Aber auch viele im Spargel enthaltenen Mineralstoffe machen ihn so wichtig für eine gesunde Ernährung. Er gehört zu den wichtigsten Kaliumlieferanten. Auch Zink, dass das Bindegewebe kräftigt und die Hirntätigkeit aktiviert ist im Spargel enthalten. Und eine Portion Spargel deckt  zwei Drittel des menschlichen Manganbedarfs. Dieses Spurenelement ist an der Knochen- und Bindegewebsbildung beteiligt.

Zum Schluss müssen noch die Ballaststoffe erwähnt werden. Diese im Spargel enthaltenen "Entschlacker" reinigen  den Darm, beugen Verstopfung vor und sind in der Lage, Giftstoffe  im Darm zu binden.

 

Wer es gerne süss mag und trotzdem etwas für sein Wohlbefinden tun möchte, für den sind vielleicht die Energie- und Nervekekse der Hildegard von Bingen oder eine Honig-Kur, bei der mit Honig gesüßter Kräutertee getrunken wird, das Richtige.

 

Honig besteht zu 75 bis 79 Prozent aus Zucker und zu 14 bis 18 Prozent aus Wasser. Daneben enthält er Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe.

Wissenschaftliche Studien bestätigen antibiotische Effekte des Honigs gegen den Erreger Heliobacter pylori, der bei diversen Magenerkrankungen von Magenschleimhautentzündung bis Magengeschwür eine Rolle spielt.

Vor allem aber reagieren jene Mikroorganismen empfindlich auf Honig, die bei Wundinfektionen zu finden  sind, wie etwa Staphylokokken und Pseudomonas-Bakterien.

Zur Durchführung einer Frühjahrskur ist er daher bestens geeignet.

Grundlage dieser Kur ist eine halbe Tasse Kräutertee (1:1-Mischung von Kamille und Schafgarbe), die dreimal täglich 1 Stunde vor der jeweiligen Mahlzeit getrunken wird. Gesüsst wird mit unterschiedlichen Honigmengen nach folgendem Schema:

 

-1. Woche: jeweils 1/2 Teelöffel Honig

-2. Woche: jeweils 1 Teelöffel Honig

-3. Woche: jeweils 1 1/2 Teelöffel Honig

-4.-7. Woche: jeweils 2 Teelöffel Honig

-8. Woche: jeweils 1 1/2 Teelöffel Honig

-9. Woche: jeweils 1 Teelöffel Honig

-10. Woche: jeweils 1/2 Teelöffel Honig

 

Nach zehn Wochen ist dir Kur beendet.

 

Säuglinge im 1. Lebensjahr sollten keinen Bienenhonig verzehren. Im Honig können bei der Verarbeitung Bakterien aus der Umwelt gelangen. Für den Säugling ist vor allem das Bakterium Clostridium botulinum gefährlich, das ein lähmendes Gift bildet. Bereits kleine Mengen dieses Erregers (für Erwachsene völlig ungefährlich) führen zu einer Lähmung des Säuglingsdarmes und können zum Tode des Säuglings unter dem Bild des plötzlichen Kindstodes führen.

 

Und zu guter Letzt: Nutzen Sie die längeren Tage und bewegen Sie sich wieder mehr draußen. Dies unterstützt die Immunabwehr und sorgt für gute Laune!

 

Ihre Claudia Schornstheimer